Regionale Spezialitäten

Hier, im Gegensatz zu Regionen, über die schon frühzeitig der Massentourismus hergefallen ist, haben sich Nischen gehalten, wo gar sonderbare Gerichte auf der Karte stehen. Oder zum Mittagsschmaus für die Lesehelfer gereicht werden. Oder in einem Ein-Hektar-Weinbaubetrieb auf den Tisch kommen: weil die Oma die Enkelin so liebt und die wiederum Mitschele. Bitte wen? Eben. Das Ur-Stromberger Wein-Gebäck galt als ausgestorben, bevor Genussmenschen wie Anja Merkle vom Weingut Merkle daran gingen, es für die Mit- und Nachwelt zu bewahren. 

Regional geht es auch bei den Naturpark-Wirten zu: Auf ihrer Speisekarte findest Du regionale Gerichte mit Zutaten aus dem Naturpark. Die Wirte betreiben so Landschaftspflege mit dem Kochlöffel und verwöhnen Dich mit Köstlichkeiten aus der Region. Du erkennst sie an dem Naturpark-Logo.

Mitten im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, zwischen Weinbergen, Wäldern und Wiesen, liegt das malerische Naturparkdorf Diefenbach, ein Ortsteil von Sternenfels. Immer am ersten Freitag des Monats – von April bis Oktober – öffnet hier die Diefenbacher Kelter ihre Tore. Regionale und saisonale Produkte aller Art, vom Apfel-Secco bis zum Ziegenkäse, saisonales Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Honig und frische Kräuter, Weine und Obstbrände wetteifern dann hier um Deine Gunst. Hier dreht sich alles um Lebensmittel von Direktvermarktern aus dem Naturpark. Und hier darf natürlich auch ein Koch nicht fehlen. Boris Biggör aus Brackenheim und Peter von Ribeck aus Heilbronn sind meist dabei und verarbeiten live frische Produkte aus dem Naturpark – zum sofortigen Kosten oder Mit-nach-Hause-nehmen.

Fazit: Tolle Marktatmosphäre, entspannt mit den Produzenten plaudern, lecker essen und einkaufen – ein wunderbar ländliches After-Work-Einkaufserlebnis. Von April bis Oktober, immer am ersten Freitag des Monats jeweils von 16 bis 20 Uhr, öffnet die GenussScheune in der Diefenbacher Kelter ihre Tore.

Spargel - das badische Gold

© Martin Heintzen

Spargel ist ein königliches Gemüse. Sicherlich kennst Du den weißen und grünen Spargel, vielleicht auch den violetten. Seine Saison ist zum Bedauern seiner Fans nur viel zu kurz. Gerade mal von Mitte April bis zum 24. Juni, dem Johannistag, dauert die Spargelzeit. In dieser Zeit dreht sich im Land der 1000 Hügel fast alles um den Spargel, der im lockeren, feinen Sand der Rheinebene, insbesondere um Bruchsal, hervorragend gedeiht und – von vielen Sonnenstunden verwöhnt – einen besonders feinen Geschmack bekommt. Er betört Dich durch sein ausgezeichnetes Aroma und seinen beinahe perfekten Wuchs und ist nicht umsonst Deutschlands „Vorzeige-Spargel“. Sogar einen einzigartigen Spargelschnaps hat man ihm gewidmet. Kreiert und gebrannt von Bernhard de Bortoli aus Unteröwisheim. Auf dem Spargelhof Zimmermann und dem Spargelhof Schäffner geht es raus auf den Spargelacker. Du darfst sogar selbst Spargel stechen und erfährst alles rund um den Anbau.

Maultaschen – göttliche Irreführung

© "Mama Lemonias" Maulbronner Maultaschen

Das UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn gilt als die Geburtsstätte der Maultasche. Zahlreiche Legenden ranken sich um diese Speise. Doch für die Maulbronner ist klar: Die Maultasche hat ihren Ursprung im hiesigen Kloster! 17. Jahrhundert gegen Ende der Fastenzeit: Zisterziensermöche des Klosters gelangten unverhofft in den Besitz eines schönen Stücks Fleisch. Doch was tun? Denn während der Fastenzeit war es den Mönchen verboten, Fleisch zu essen. Dann die rettende Idee: Sie hackten das Fleisch klein, mischten es unter das Gemüse und versteckten das Ganze in kleinen Taschen aus Nudelteig. So konnten sie das Fleisch vor den Augen Gottes verbergen – und servierten das Mahl als Fastenspeise. Im Volksmund heißen sie daher auch „Herrgottsb‘scheißerle“. Inzwischen haben sich die wandlungsfähigen Teigtaschen auch ihren Platz in der Spitzengastronomie erobert, wo man die ausgefallensten Variationen findet.

Auf der Suche nach der perfekten Maultasche wirst Du in Maulbronn immer noch fündig. Lena Kranidis ist ein Maulbronner Original: Seit 30 Jahren bereitet sie Maultaschen in Handarbeit zu. Dafür verwendet sie beste biologische Zutaten und Kräuter wie Liebstöckl, Marjoran oder wilden Knoblauch. Das schmeckt man!

Fangfrisch

Fischzucht hat im ganzen Kraichgau eine lange Tradition. Mönche legten im Mittelalter bereits die ersten Teiche an. Heute betreibt die Familie Ernst in Kraichtal-Gochsheim eine der ältesten Forellenzuchten Baden-Württembergs. Begonnen hat alles mit Urgroßvater Johann. Schon damals wurden die Forellen im eigenen Bruthaus gezüchtet und in den umliegenden Bächen großgezogen.Danach übernahm die nächste Generation die Fischzucht und baute sie in den 80er Jahren zur heutigen Größe aus. Nach alter Tradition und unter ökologisch ausgewogenen Bedingungen werden hier nun in 3. Generation in Quellwasserfischzucht Regenbogen- und Bachforellen sowie Spiegelkarpfen gezüchtet – naturnah und extensiv. Kraichgau-Guide Anita Ernst bietet regelmäßig Führung durch die familieneigene Forellenzucht. Hier erfährst Du alles über den schmackhaften Fisch. Und kannst Dich bei einer kleinen Bewirtung mit fangfrischen Forellen und hervorragenden Gochsheimer Weinen verwöhnen lassen. Direkt ab Haus gibt es frische und geräucherte Forellen sowie Lachsforellen.

Besen Geheimgerichte

© Christian Ernst

Schon mal Grumbirawurscht verschmaust? Ja, übersetzt heißt das Kartoffelwurst. Nein, das ist keine Bratwurst mit Knollenanteil wie weiter nördlich, in Hessen. Sondern ein grauer Brei, hochaufgetürmt, heiß mit Sauerkraut und Brot gereicht, dessen Verzehr schon ein wenig lukullischen Wagemut voraussetzt. Einige wenige Besenwirtschaften bieten das noch an. Überhaupt, der Besen als Genussbestandswahrer! Unersetzlich. Brätbrot bekommst Du hier als Hors d'Oeuvre gereicht. Danach sauren Schwartenmagensalat. Oder – wie bei Pfefferles in Sulzfeld – Käs mit Musich bzw. Kurz-Lang. Ob wir bitteschön verraten möchten, worum es sich dabei handelt? Nö, durchaus nicht. Einfach hinfahren! Aber bitte den Besenkalender beachten.

Übrigens, Schupfnudeln selbst zu schupfen macht glücklich. Wie das geht, verrät Dir die Winzergattin. Aber erst nach Feierabend. Bis dahin bestelle einfach ein Tomatenbrot. Mit Zwiebeln. Aber behaupte hinterher nicht, Du hättest je etwas Besseres gegessen. Hast Du nicht. Wetten?

  

Bärlauchfest

© Stadt Eppingen

Jedes Jahr im März beginnt die Saison für den Bärlauch. Und das wird in Eppingen am Ende seiner Saison – jedes Jahr am letzten Wochenende im April – groß gefeiert. Denn dank seiner würzigen Blätter gehört der Bärlauch zu den beliebtesten Wildkräutern, mit denen man köstliche Frühlingsgerichte zaubern kann. Das wissen auch die Eppinger Gastronomen und kredenzen an diesem Tag eine umfangreiche Karte mit köstlichen Gerichten mit diesem kleinen, grünen Kraut. Ob Bärlauchsuppe oder Burgunderbraten mit Bärlauch-Knödeln. Alles dreht sich dann um den Waldknoblauch. Verbunden wird das Bärlauchfest mit einem verkaufsoffenen Sonntag. 

Kartoffelfest

© Stadt Eppingen

Dieses uralte Gewächs aus Südamerika wird in Eppingen am letzten Augustwochenende groß gefeiert. Sie ist ein bescheidenes Knöllchen, die Kartoffel. Ob warm oder kalt, trocken oder feucht – die Kartoffel wächst beinahe überall. Doch vielleicht hat sie es gerade wegen dieser genügsamen Art zum absoluten Superstar gebracht. Die Eppinger Gastwirte und Erzeuger wissen das und widmen der tollen Knolle jedes Jahr ein Fest. Und sie lassen sich viel einfallen, um die Grumbier von ihrer besten Seite zu präsentieren. Sie verführt mit ihrer ganzen Vielfalt, vom feinen bis rustikalen Geschmack der verschiedenen Sorten, zum Probieren und Inspirieren zu neuen Kochideen. Ein großartiges Fest für Kartoffelliebhaber und alle, die es werden wollen.

Spargelfest

© Martin Heintzen

Jedes Jahr im Mai feiert die Stadt Bruchsal im Zeichen des weißen Goldes und verwandelt ihre Innenstadt in eine Genussmeile für alle, die gerne schauen, genießen und feiern. Eine Entdeckungsreise zur Geschmacksvielfalt. 

Ein kleiner, aber feiner Markt bietet zusätzlich Gelegenheit zum nachhaltigen Einkauf bei regionalen Anbietern.